| Matchbericht Ronnie and friends: Hamburg |
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| Geschrieben von: Annika Flint |
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Erstes Match. Best of Five. Shaun Murphy, Steve Davis, Jan Verhaas
Frame 1: Beim Anstoß von Shaun läuft eine Rote mit bis vor die Mitteltasche. Steve loch diese Rote, kann Blau hinterher lochen, verschießt dann aber die folgende Rote. Da der Pulk der Roten aber noch relativ geschlossen ist, bleibt für Shaun Murphy kein Einsteiger liegen und er muss safe spielen. Der folgende Safetyaustausch wird von Steve Davis mit dem lochen einer langen Roten beendet.
Er zieht Weiß zurück hinter die kleinen Farben (die Rote war ein sogenannter „shot to nothing“), kann aber eine durchaus knifflige Grüne vom Spot auf die Mitte lochen. Als er zur nächsten Roten ansetzt, hustet jemand im Publikum. Steve richtet sich auf, guckt gespielt streng in die Richtung des Hustenden, beugt sich wieder runter, das Publikum lacht. Die nächste Rote fällt dann aber leider nicht, Breakende nach 4 Punkten. Alles, was für Shaun Murphy liegen bleibt, ist eine schwierige Kombination die Bande lang, die er auch angeht.
Die Rote tut ihm aber nicht den Gefallen, in der Tasche zu verschwinden und so kann Steve wieder eine Rote lochen. Schwarz hinterher fällt dann nicht und nun hat Shaun das erste Mal im Match eine echte Chance, in ein Break zu kommen. Er bestraft den Fehler von Steve mit einem Break von 57 Punkten, verschießt dann die Schwarze. Steve macht daraufhin ein Break von sieben Punkten, verstellt sich dann aber und es bleibt ihm nur eine schwierige Rote. Mit Sicherheit im Hinterkopf versucht Steve, die Rote dünn in die Mitteltasche zu schneiden.
Sie fällt zwar nicht, aber Steve hat die Weiße zurück in den Baulk Bereich gespielt, so dass Shaun kein Einsteiger hat. Bei dem Versuch, aus Steve’s Safety zu entkommen, bleibt erneut eine Rote lochbar liegen und es folgt ein weiteres Mini-Break von Steve Davis. Nach 8 Punkten verfehlt er allerdings die letzte Rote auf dem Tisch, begeht also ein Foul, aus dem ein Freeball für Shaun resultiert, da Shaun die letzte Rote nicht im vollen Umfang anspielen kann. Shaun nominiert Blau, kann sie aber nicht lochen. Punktestand zu diesem Zeitpunkt (Shaun) 61:29 (Steve).
Steve gibt den Frame noch nicht auf, es folgen Safeties. Als aber Steve durch einen Kick die letzte Rote vor die Tasche stellt, Shaun also einen leichten Einsteiger hat, gibt Steve den Frame endgültig auf. 1:0 für Shaun Murphy
Frame 2: Nach einem guten Break off shot von Steve und einem verschossenen langen Einsteiger von Shaun ist es erneut Steve Davis, der als erstes einen Ball lochen kann. Wie schon im ersten Frame, ist der Spaßfaktor bei diesem Match sehr hoch. So versucht Steve Davis, als er sich nach 13 Punkten fest gespielt hat und keine Farbe lochen kann, einen Trick shot auf Pink: einen so genannten swirf shot oder auch Bogenball genannt.
Die Pinke liegt direkt vor der rechten unteren Tasche, die Weiße liegt etwa auf selber Höhe fast direkt an der Bande und ist Rechts und Links von Roten umzingelt. Steve deutet den Swirf shot an, setzt sich auf die Bande und bringt den Queue fast senkrecht zur Weißen in Position. Shaun springt aus seinem Sessel auf, geht zum Tisch, geht vor dem Tisch (gegenüber von Steve, Baulkbereich) in die Hocke und hält seine Hände zu einem Korb geformt auf, so dass er notfalls die Weiße fangen kann, wenn sie vom Tisch springen sollte. Steve hat inzwischen abgesetzt, steht wieder vor dem Tisch und schaut hilfesuchend zu Jan, der die Schultern zuckt. Unter anfeuernden Pfiffen und Applaus aus dem Publikum versucht Steve Davis dann doch den Bogenball, der die Pinke ganz knapp verfehlt.
Shaun erhält 6 foul Punkte und kommt auch ins Break, da die Weiße ja im unteren Bereich des Tisches liegen geblieben ist und die Roten schon geöffnet waren. Nach 19 Punkten verschießt er Rot (Punkte: Shaun 25:13 Steve) und Steve kann die Chance nutzen, locht gleich zwei Rote in die linke untere Tasche. Leider wird die Kombi nicht mit Stellung auf Farbe belohnt. Steve versucht eine schwere Braune lang zu lochen, verfehlt sie aber. Shaun mit Chance, macht 8 Punkte, verstellt sich dann aber auf Schwarz. Die Weiße wird zu kurz, so dass er Schwarz sehr dünn in die Tasche schneiden müsste, was aber nicht gelingt. Steve ist jetzt wieder am Tisch, die restlichen Roten offen, setzt aber seine Rote neben die Tasche.
Shaun lässt sich nicht lange bitten, kommt in ein Break bis 13 Punkte, verschießt dann aber seinerseits eine Rote, die im Tascheneinlauf liegen bleibt. Durch den hohen Spaßfaktor dieses Matches kam es zeitweise eher nur zu Minibreakes, als zu hohen Breaks. So macht denn auch Steve Davis erneut nur 7 Punkte und steigt dann sicher aus. Es liegt noch eine Rote auf dem Tisch, Punktestand: Shaun 59:22 Steve. Im letzten Teil dieses Frames beweist Steve Davis den knapp 1700 Zuschauern, warum er zu Recht „the nugget“ heißt: Er gibt den Frame nicht auf, kämpft, holt Ball um Ball. Zunächst einmal kann er nach einem Safetyfehler von Shaun die letzte Rote lochen, Blau dazu, verschießt dann aber Gelb.
Shaun versucht nun, die Gelbe zu lochen, verfehlt und Steve locht sie und Grün dazu (59:33). Braun verfehlt die Tasche, aber Steve hat Glück im Unglück und er fluked einen Snooker. Shaun foult bei dem Versuch, die Braune zu treffen, die Weiße trifft auf Blau, 5 Foulpunkte für Steve Davis. Der kann aber Braun wieder nicht lochen. Zu seinem Glück bleibt sie sicher an der oberen kurzen Bande liegen. Shaun will sie nur sehr dünn anspielen, um zu vermeiden, dass sie lochbar wird und spielt prompt zweimal an der Braunen vorbei.
Es gibt weitere 8 Foulpunkte für Steve, Punktestand nun: 59:46. Es folgt ein kurzer Kampf um Braun, den Steve für sich entscheiden kann und dieses Mal kann er auch die verbleibenden Farben lochen (Blau, Pink, Schwarz), so dass er diesen Frame doch noch für sich entscheiden kann 1:1, Ausgleich durch Steve Davis
3. Frame: Im dritten Frame haben beide Akteure zu Beginn Lochchancen, die sie nicht verwandeln können. Steve Davis locht schließlich die erste Rote lang, verstellt sich dann aber auf alle Farben. Er nominiert Gelb für eine Safety, muss die Gelbe aber über 2 Banden anspielen, da der direkte Weg mit anderen Bällen verstellt ist. Er verfehlt die Gelbe im ersten Versuch, Jan Verhaas gibt ein Foul and miss, Shaun lässt zurücklegen und Steve nominiert wieder die Gelbe.
Jan fragt Steve: "Yellow again, are you sure?", woraufhin das Publikum in Lachen ausbricht. Wieder versucht Steve, die Weiße über zwei Banden hinter die Gelbe zu bringen und wieder klappt es nicht. Jan entscheidet erneut auf Foul and miss und Shaun lässt es Steve noch einmal probieren. Im dritten Versuch klappt die Safety und sie war so gut, dass Shaun nichts lochen konnte. Nach der anschließenden Safeties war es wieder Steve Davis, der zu erst in ein Break fand.
Nach 22 Punkten verstellte er sich aber erneut und hatte auch keine Möglichkeit für eine wirklich gute Safetie. Shaun fand dann auch prompt einen Einsteiger und verwandelte diese Chance in ein 72 Punkte Break, das Steve reichte, um den Frame aufzugeben. 2:1 für Shaun
4.Frame: Shaun drückt Jan Verhaas das Queue in die Hand und der macht auch tatsächlich den Break off shot für Shaun. Nicht ganz perfekt, da Weiß nicht hinter die kleinen Farben läuft, sondern Braun trifft und beim Braunen Spot liegen bleibt. Steve ist sich nicht sicher, ob er jetzt weiter spielen soll, oder der Tisch nach diesem Gag neu aufgebaut wird. Jan dreht sich zu Shaun um, sagt: “You are the Referee“ und überlässt Shaun die Entscheidung, ob der Frame weitergehen soll, oder nicht.
Shaun lässt den Frame weiterlaufen, nimmt Jan aber das Queue wieder ab und Steve geht jetzt an den Tisch. Er versucht eine lange Rote, verschießt sie aber. Es bleibt ein Einsteiger für Shaun liegen und er locht ihn. Nach 8 Punkten trifft er eine Rote nicht, doch es bleibt nichts für Steve Davis liegen. Er spielt eine Safety, die nicht safe genug ist, denn Shaun führt uns sein Markenzeichen vor: Einen krachenden langen roten Einsteiger quer über den Tisch. Unglücklicher Weise wird der schwarze Spot von einer Roten blockiert, so dass Schwarz auf den freien Spot der Braunen gesetzt wird.
Deswegen hat Shaun nach 9 Punkten keine Fortsetzung auf Farbe mehr und steigt aus. Steve kann eine Rote lang lochen, versenkt auch die Braune und spielt sich anschließend im Pulk der Roten fest, steigt sicher aus dem Break aus. Der Weg von Weiß nach lochen der Braunen zu den Roten war aber auch sehr weit und das Pulk der Roten ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht sehr weit geöffnet. Shaun will diesen Pulk auch nicht weiter aufmachen und versucht, eine Rote sehr dünn anzuschneiden und die Weiße dann wieder zurück in den Baulk Bereich zu holen. Er verfehlt die Roten komplett, Jan gibt Foul and Miss, Steve lässt zurück legen. Im zweiten Versuch trifft Shaun die Rote zwar dünn, lässt aber eine andere Rote spielbar liegen, da die Weiße nicht hinter die kleinen Farben zurück rollt.
Steve nutzt die Chance, steigt in ein Break ein und macht 17 Punkte, verschießt dann aber Schwarz vom Spot und überlässt Shaun einen jetzt Tisch mit jetzt gänzlich geöffneten Roten. Shaun bedankt sich für die Einladung zum Break mit einer schönen 57, verschießt dann zwar Schwarz, aber Steve gibt den Frame auf. Frame and Match Shaun Murphy… 3:1 für Shaun
Zweites Match. Best of Five. Ronnie O’Sullivan, Jimmy White, Bernie Mickeleit.
Frame 1: Nach dem Eröffnungsball von Jimmy White steigt Ronnie sofort mit einer langen Roten ein, hat Stellung auf Schwarz. Er locht dann, wie auch schon in Wels, immer Rot und Schwarz im Wechsel, geht also sofort aufs Maximumbreak, verstellt sich aber nach 32 Punkten und kann die nächste Rote auf die Mitte nicht mehr versenken. Es bleibt ein Einsteiger für Jimmy White liegen und er macht ein Break von 21 Punkten. Ärgerlich für ihn: sein Break endet durch einen Kick. Durch den Kick fällt a) die angespielte Rote nicht und b) die Weiße liegt alles andere als sicher. Also kommt Ronnie wieder an den Tisch und macht eine 84 Punkte clearance. 1:0 für Ronnie
Frame 2: Nach dem Eröffnungsball von Ronnie spielt Jimmy White das Pulk der Roten zu dünn an, so dass ihm die Weiße viel zu schnell wird und bis zur Mitte des Tisches zurückläuft, anstatt sich oben an die Bande hinter die kleinen Farben zu legen. Ronnie findet eine Rote, loch sie sicher und hat wieder Stellung auf Schwarz. Man merkt deutlich, dass Ronnie seine Fans gerne in den 147 – heaven schicken will.
Wieder locht er Rot und Schwarz im Wechsel, aber wieder wird es nichts. Nach 33 Punkten rutscht ihm das Queue an der Weißen ab und als folge hüpfen die Bälle unkontrolliert über den Tisch. Jimmy kann diese Chance aber nicht nutzen und verschießt den Einsteiger. Also ist wieder Ronnie am Tisch und demonstriert einmal mehr, wie man Breakbuilding in Perfektion spielt. Mit einem 96 Punkte Break sichert er sich auch den zweiten Frame. Dieses Mal allerdings nicht mit einer Clearence, weil Schwarz im Tascheneingang klappert und nicht fällt. 2:0 für Ronnie
Frame 3: Der nächste Frame beginnt ähnlich, wie der erste: Mit dem Versuch eines Longpots von Ronnie O’Sullivan. Dieses Mal fällt die Rote aber nicht. Zu seinem Glück bleibt keine Rote lochbar liegen und Jimmy White spielt eine Safety. Es bleibt wieder eine lange Rote für Ronnie liegen und er geht sie auch wieder an, sie fällt erneut nicht! Nun hat Jimmy aber eine Chance, in die Bälle zu kommen und versenkt auch die erste Rote, dann Schwarz dazu. Leider locht er zur nächsten Roten auch Weiß, was Ronnie wieder an den Tisch bringt. Der locht auch eine Rote, steht aber auf keine Farbe.
Dass Ronnie in solchen Situationen manchmal Bälle zaubern kann, die man als Laie nicht mal wahrgenommen hat, ist bekannt. Doch dieses Mal spielt er an der Blauen vorbei und begeht ein Foul. Jimmy sieht sich das Bild auf dem Tisch an und nutzt die Chance, macht ein Break um die 60 Punkte. Dann verstellt er sich zwar, kann aber sicher aussteigen, so dass für Ronnie zunächst einmal nichts liegen bleibt. Nach einem Safetieaustasuch findet Ronnie dann aber doch den Einstieg und ein Break von 46 Punkten. Es sind keine Roten mehr auf dem Tisch und Ronnie verschießt im Endspiel auf die Farben Gelb lang über den Tisch. Jimmy kann die Gelbe auch nicht lochen, lässt sie aber jetzt für Ronnie lochbar auf dem Tisch liegen.
Der locht Gelb, Grün und Braun, verschießt dann aber Blau. Jimmy locht Blau, verschießt aber Pink, so dass Ronnie wieder eine Chance hat. Diese kann er aber nicht nutzen, verfehlt sogar die Pinke und Jimmy kann als Folge Pink und Schwarz lochen, gewinnt diesen Frame 2:1, Jimmy White holt auf.
Frame 4: Nach einer langen Roten von Ronnie rollt die Weiße in den noch nicht geöffneten Pulk der Roten, so dass er keine Farbe zur Fortsetzung hat. Er versucht, die Grüne über Bande anzuspielen, die Weiße sicher abzulegen, verfehlt aber die Grüne. Jimmy White lässt die Bälle zurücklegen, was nach Foul and Miss ja auch sein gutes Recht ist, und im zweiten Versuch trifft Ronnie die Grüne mit der Weißen. Jimmy’s anschließende Safety ist nicht sehr gut, so dass Ronnie direkt wieder an den Tisch kommt und ein Centurybreak von 112 Punkten macht. Jimmy gibt den Frame auf, Frame and Match Ronnie O’Sullivan… 3:1 für Ronnie |



























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